Da weiß man, was man nicht hat.
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In eigener Sache: Don't Panic!

Der Bilderdienst der Brennenden Konsensfabrik hat sich gerade mal wieder verabschiedet. Das ist zwar kein Grund um in Panik auszubrechen, aber trotzdem einen Hinweis wert. Ganz so barbarisch, dass die Darstellungen hier nur seltsame Kästchen mit Punkten, immergleichen Zeichen und - wenn mensch Glück hat - Bildanschreibungen haben, geht es hier eigentlich noch nicht zu... das wäre ja auch ein Verbrechen gegen die Normalität.

Solange jedoch diese technokratische Verwirrung anhält, wird nach vorübergehenden Ausweichsmöglichkeiten gesucht und um ein wenig Miss Verständnis gebeten.
20.8.06 23:43


Die Zukunft der Herrschaft liegt in der Liebe

Strategien der Liebe: Damenwahl bei den Herrentieren. So heißt eine unscheinbare Dokumentation von Felix Heidinger, die jüngst von Arte ausgestrahlt wurde. Beim Nachforschen fand ich heraus, dass diese Dokumentation nur einen Teil der "Strategien der Liebe"-Triologie darstellt.

Worum geht es? Es geht um die Zusammenhänge zwischen Liebe, Sex, Paarung, Biologie, Genetik, Beziehungskultur, Natur, Körper, Sexualität, Fortpflanzung, Schönheit und Geschlecht. Das klingt nicht nur so als könnte es schlimm werden, nein, mit der in der Dokumentation vorherrschenden evolutionsbiologisch-ethologischen Sicht ist es sogar geradezu unerträglich.
Ein weitreichendes Geflecht aus Hetero-Sexismus, Biologismus, Lookism, Ableism, Ageism, Patriarchalität, kapitalistischer Verwertungslogik und Rassismus durchzieht die "Strategien der Liebe". Das sollte mensch doch eigentlich genauer analysieren, aber ich wüsste gar nicht, womit ich anfangen sollte:

  • Die zweigeschlechtliche, heteronormative Ordnung?
  • Die vielen biologistischen Metaphysiken und Naturalisierungsversuche?
  • Die durch und durch männliche Sichtweise (allein schon der Titel: Damenwahl bei den Herrentieren)?
  • Das Beschwören des Backclash-Arguments von der geheimen Macht der "Frau" (über den "Mann")?
  • Die behauptete Universalität von Schönheitsnormen?
  • Der unreflektierte Eurozentrismus?
  • Die Einbindung des Körpers in Verwertungsstrategien und Hierarchisierungen?
  • Die ganzen binären Codes und unhaltbaren Prämissen der mehr als zweifelhaften Studien (ohne genauere Quellenangaben), die die Ausschlusslogiken erst hervorbringen?
  • ...

Es ließe sich bestimmt noch viel mehr finden. Doch während ich versucht bin auf andere Orte der Analytik zu verweisen, die sich eingehender mit den einzelnen Punkten, ihren Ausprägungen und Funktionsweisen beschäftigen bzw. eine_r das nötige Handwerkzeugs geben (siehe z.B. Linkliste), finde ich gerade den Ausdruck "Strategien der Liebe" interessant. Er bringt mich zu der Überlegung, die "Strategien der Liebe" als "Strategien der Macht" zu begreifen, und zwar als Ausprägungen von Biomacht, so dass die Dokumentation von Felix Heidinger auch oder gerade als anschauliches und wirkmächtiges Beispiel für die biopolitischen Strategien der Liebe gedacht werden muss, über die sich diskursive Herrschaftsverhältnisse im postmodernen Kapitalismus und seiner globalen Weltordnung immer wieder aufs Neue herstellen, fortsetzen und transformieren.
20.8.06 14:06


Exotische Träume

Anatomie des Urlaubs (chirurgisch)

Im Land wo die ABCs wohnen
herrscht das Metall - vor
lauter Eintönigkeit im Mordprozess
führt man mit Abwechslung

Besuch auf Zeit
in der Ferne liegt die Nähe
zur Rückkehr stets bereit


17.8.06 17:49


Wer rettet die deutsche Sprache? Teil 2


ABCDEutsch

Die Rechte
Form
des Schreibens
heißt
Rechtschreibreform


15.8.06 17:44


Bilderrahmen

State Of Emergency


Bild: Homo Sacer der Ästhetik im Ausnahmezustand


Mit liebem Dank an den Glaskäfig
fürs kollektive Mitzeichnen



14.8.06 22:51


SubVerse

Law Of Deodorant


Antitranspirantien
du riechst so gut ist
mein Gift
du riechst so gut wie nicht
betörend
erotisch wirksame
Stoffe ohne Inhalt

Schweißarbeit schlägt Kapital


14.8.06 14:34


Website des Jahres

Zwischen Lookism und Anti-Lookism, oder:
Wie mensch die Tyrannei der Schönheit zerlegt.


Meine ganz persönliche 'Website des Jahres' ist http://www.lookism.info:

Eine tolle Webseite über die Diskriminierung der körperlichen Gestalt, die sehr starke Übereinstimmungen mit meinen Gedanken bezüglich des ganzen Themas aufweist (ich kenne die Seite erst seit kurzem) und mir endlich auch den Begriff liefert, der mir die ganze Zeit noch gefehlt hat: Lookism. Mit ganz viel Material, Querverweisen, Arts und einem netten Forum, an dem ich, wie ich denke, zukünftig auch mitpartizipieren werde. Die antilookistische Lektüre auf dieser Seite ist eigentlich für jede_ lebensnotwendig (gerade für linksradikale Zusammenhänge), weil Lookism eine Form der Diskriminierung darstellt, die bisher nicht einer grundlegenden Kritik unterzogen wurde und weitestgehend im zwischenmenschlichen Umgang miteinander akzeptiert ist.

Damit gibt es wohl sozusagen ein anderes, 'neues' Subjekt (eine zusätzliche Figur) auf der politischen Bühne der linken Politik: den "Homo Sacer der Ästhetik" und sein als entartet geltender Körper (der dem schneidenden Blick des Anderen unterworfen ist). Und wir alle sind mehr oder minder angeklagt ihn geschunden zu haben, wofür es jedoch zunehmend keine haltbaren Grundlagen mehr gibt. Existiert hat er zwar schon immer, der "Homo Sacer der Ästhetik", aber so langsam kann auch er beginnen, sich gegen seine Repression zu wenden.

Vielleicht heißt es in Zukunft immer öfter: Die Schönheit muss sterben damit wir leben und lieben können?
14.8.06 02:23


Wer rettet die deutsche Sprache? Teil 1

LiterArisch

Die Literatur spricht
so richtig
hoffentlich nicht

Bitte Gutes Deutsch
sprich dir den Beruf, Rangfolge
karrieristisch_(ge(h)bete(n) Gutes Deutsch

Heil Werbung guter, Weg
heilt ein Stadion, Verzeihung
Arena: Deutsch-(geh!)-unter-
richter für alle
Bastian macht mich (nicht) Sick!

Die Libertäre ist des Guru sein Tod.



7.8.06 18:46


Aesthetic Trouble

Rotes Kreuz





Auf dem Schlachtfeld steht ein Sieger
der letzte Sieger
er ist der Gewinner und ist der Gewinner
was hat gewonnen, sag, was hat er gewonnen, sag!
über 20.000 Liter Blut zum Verkauf
rechne um, pro Kopf
der Reichtum wartet

Foto: Blutspendewerbung, Rotes Kreuz

5.8.06 19:32


SubVerse

Amore Capitalismo


1

Liebesökonomie
Liebesökonomie
83 Kilo Fleisch zum Mitnehmen, bitte sehr

Du bist verbittert kann jedEr sagen
du bist verbittert
hält den Rahmen
aufRecht
töten

2

Fleischbeschau (begrenzt)
gut gebräunt
nimmt Farbe an
auf Liegestühlen abgehangen

Körper zum Verzehr geeignet

3

Was passiert mit dem ungenießbaren Rest - unabsetzbar
ohne Abnehmer_
jenseits von Konsum landet
auf den Körperhalden:
Social ElimiNation Services?

4

Manchmal verbrennen
neulich verrotten
zukünftig präventioniert isolativ eingreifen
es ist zu unserem besten
gedacht: Liebe
hat sich ausgelacht und
auf dem Markt nicht mehr zu haben
ausgeLager.t


20.7.06 20:58


Provoking Action

Verletzbare Orte II: Provokation, Dummheit und die Idee ihrer Selbstprovokation

"Provokation ist was für Dumme." - Auch wenn ich den Dummheitsbegriff vom im Text zitierten Christoph Schlingensief so nicht unbedingt teilen möchte, weil ihm eine gewisse vorgesellschaftliche Wesenhaftigkeit anhängt, die keine erklärenden Grundlagen aufweisen kann und ich eher einem Verständnis von Dummheit(1) zugeneigt bin, dass mit der menschlichen Entwicklungsgeschichte (Genealogie) und den Konzepten von subjektwerdender Unterwerfung, Wiederholung und Festsetzung in der 'Psyche der Macht' arbeitet, so ist gerade die Idee der Selbstprovokation aufgreifenswert, da eine Provokation, die Selbstprovokation als grundlegenden Bestandteil ihrer Praxis beinhaltet, eine Auflösung des hierarchischen Verhältnisses der herkömmlichen Provokation zur Folge hat.
Wo die herkömmliche Provokation verfälscht ein in seiner Wissensentwicklung abgeschlossenes Subjekt voraussetzt - den intelligenten Menschen -, dort wird Selbstprovokation zur mich und den anderen betreffenden Hinterfragung der Wissens- und Gesellschaftssysteme, und zwar jenseits eines hierarchisierenden Raums des vermeintlich vollendeten Wissens, den provokative Praxen wie bspw. Zynismus und Verbalmilitarismus so oft zur Begründung, Rechtfertigung und Aufrechterhaltung ihrer provokativen Existenz anführen müssen, um das eigene reaktionäre Moment der Hierarchisierung verschleiern zu können.

Provokation muss also, wenn sie subversiv und herrschaftskritisch wirksam werden will, immer auch Selbstprovokation sein. Somit erkennt das Provozierende seine eigene Verhaftung in gesellschaftlichen Zusammenhängen an, trägt dieser Unausweichlichkeit Rechnung und bekommt dadurch die für provokatorische Praxen der Verletzung notwendige Handlungsmöglichkeit zur hinterfragenden Selbst-Reflektion im Sinne einer wahrgenommenen Verantwortung. Dies betrifft alle provokatorischen Praxen, die immer auch in einem politischen Feld der Macht (im Foucaultischen Sinne) eingebettet sind.

(1) wenn mensch diesen Begriff überhaupt so noch beibehalten kann
20.7.06 20:17


Buchpraxis

Für die Etablierung einer Politik des verletzlichen Körpers

Zitat Selbstdarstellung mit körperlicher Beeinträchtigung, das inszenierte Zur-Schau-Stellen seiner selbst mit Mal der Scham, kann eine Strategie zur Überwindung des Konformitätsdrucks sein, der diese Scham konstruiert hat, und sie kann eine Strategie sein, einen voyeuristischen - also einen ohne Peinlichkeitsempfindung auf jemandes Scham gerichteten - Blick durch Provokation zurückzuspiegeln.

Ist solche Strategie nun Überwindung von Konventionsgrenzen oder gerade ihre Bestätigung ex negativo? – Möglicherweise ist sie eine Strategie im Zwischenraum: eine Herausforderung zur Überwindung von etwas, das man auch selbst noch nicht hinter sich gelassen hat.

Die in unserem Projekt involvierten Künstler bestreiten jedoch, Absicht auf diese Art von Provokation zu haben. In der Tat ist diese Provokation in der Spätmoderne als ästhetisches Programm uninteressant geworden, und in der Mediengesellschaft läuft sie als politische Strategie ins Leere: „Provokation ist was für Dumme”, pflegte Christoph Schlingensief während der Aktion Deutschlandsuche (1999) zu sagen. „Was ich will, ist Selbstprovokation”. Für die Partei Chance 2000 entwarf er eine Theorie, die auch für die hier anvisierten ästhetischen Interventionen in Stigmatisierungsprozesse Erklärungswert hat:

Die Öffentlichkeit ist besetzt von Gewerkschaften, Kirchen, Medien und Parteien, die eine Realität eigener Art, fern der Wirklichkeit schaffen, kurz: dem System 1; alles, was wirklich ist, die wirklichen Menschen, zum Beispiel die Arbeitslosen oder die Behinderten oder du und ich, das System 2 also, kommen in ihr nicht vor. Die Frage ist nun: Wie können sie wieder sichtbar werden, ohne dass das System 1 sie schluckt?

Wie kann, so könnte man auch fragen, die menschliche Wirklichkeit hervortreten, welche entlang der Achse normal-stigmatisiert charakteristische Kommunikationsverschiebungen und Wahrnehmungsverzerrungen erfährt? Wie kann die Wirklichkeit des verletzlichen Körpers sichtbar werden, ohne aufgrund der extremen Dichotomisierung des Bildrepertoires sofort auf die irreführenden Schienen entweder der Idealisierung in Richtung Perfektion oder der Abjektifizierung in Richtung Versehrtheit verschoben zu werden?

aus: Benjamin Marius Schmidt und Gesa Ziemer: Verletzbare Orte. Zur Ästhetik anderer Körper auf der Bühne


Dies ist nur eine klitzekleine Stelle aus der sehr lesenswerten Publikation von Schmidt und Ziemer, die mit ihrem Bühnenprojekt "Verletzbare Orte" (1,9 MB, PDF) einen meiner Meinung nach sehr guten Ansatz für eine Körperpolitik zeichnen, den ich hier auf keinen Fall unerwähnt lassen möchte, da er das gewisse Potenzial besitzt, den heutigen gewalt- und herrschaftsförmigen Diskurs der Körper auf eine grundlegende Weise zu hinterfragen. So eröffnet sich einer_/m eben seine entlarvte Unhaltbarkeit in der Bestrebung nach einem weitestgehend gewaltfreien Zusammenleben.

"Verletzbare Orte" stellt zudem einige der dringend nötigen Fragen, die zukünftig eine immer größere Rolle in einer Diskussion um widerständige Praxen und gesellschaftliche Veränderung spielen werden und gar müssen, wenn mensch in der unaufhörlichen Weiterentwicklung der Ideen nicht stehen bleiben und zum zeitlich überkommenen Konservatismus werden möchte, der nicht in der Lage ist, sich seiner eigenen Gewaltförmigkeit und der Verantwortung dafür bewusst zu werden.

Wem die 50 Seiten nicht genug sind und so wie ich Lust auf noch wesentlich mehr hat, dem sei die ganze, dazugehörige Dissertation Gesa Ziemers ans Herz gelegt, die mit einem ähnlichen Titel und glatt 200 Seiten mehr aufwartet: "Verletzbare Orte. Entwurf einer praktischen Ästhetik" (3,1 MB, PDF)
Und ja, ich habe die Dissertation noch nicht gelesen, habe aber trotzdem keine Bedenken sie zu empfehlen, da ich allein beim groben Überfliegen diverse Freudenausbrüche hatte. Ich hoffe, dass ich zukünftig damit nicht alleine bleibe.
19.7.06 12:30


Das totalitaristische Kabarett:

Es Reichsjägermeistert!


Onen Hitler brauchen wir
deftig' alte Sau
"erschieß mi endlich!" rieft der Sheriff beim Bestaunen eines Görings
rrrrrrrrrrollt
klingen die Waffen
"I bin a Reinrassiges Mensch"
und ich Affe Ge.hör nicht zu

A Huhn ist a mAdel
schön und so weiter
vergasen gagerts'
"Das ist mein Gebiet" und boom
hots sisch ausge-rollt

15.7.06 09:37


SubVerse

BeWunde.rung


Wir lieben uns
und wissen es nicht
könnte ich doch nur Gedankenlesen
um dich besser zu verstehen
reaktion(?)/M/är wahrzunehmen:

Ich wünschte, ich könnte Gedankenlesen
wie ein Überwachungsstaat
ich wünschte, ich könnte Gedankenlesen
so schreiten wir zur Tat

Ein Auge (mehr) auf dich geworfen
Herz implementiert
ganz am Puls der Zeit einer Identität

Alles..._außer Kon.tRolle!



7.7.06 02:32


Unbefriedigte N.


An der Kasse
in den Supermärkten dieser Welt
stehen ich und sie

Alles
was ich verlange
ist ein Kilo
Freundlichkeit
die mir niemand bieten kann

Und wenn es Hirne und Leben kostet
ich bezahle jeden Preis
für ein kleines Kilo Freundlichkeit
ist mir kein Weg dieser Welt zu weit.



21.6.06 20:41


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