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JUZ Mannheim wehrt sich gegen die Band Loikaemie

Oi! und das Konstrukt der unpolitischen Existenz

Es ist schon wieder einige Zeit her als das JUZ Mannheim der Oi-Band Loikaemie ein Auftrittsverbot erteilte. Zu der ganzen Sache gibt es vom JUZ Mannheim eine interessante Stellungnahme, die sich mit den Inhalten und Aussagen der Band auseinandersetzt und auf die ich hier (etwas verspätet) hinweisen möchte:
Warum Loikaemie nicht im JUZ Mannheim spielt. (350 kb, PDF)

Die in der Erklärung angesprochenen Beispiele sind meiner Meinung nach keinesfalls ausgeschöpft. Wer auf der Bandseite von Loikaemie die ganzen Lyrics nachliest und sich mit der gesamten Ästhetik von Loikaemie und der Oi!-Szene allgemein beschäftigt, findet noch wesentlich mehr problematische Inhalte und Aussagen.

Ein Punkt ist das ultimative Feindbild des Kinderschänders, der als Projektionsfläche für das pure Böse in der Welt nicht nur von Loikaemie gerne bemüht und dämonisiert wird (z.B. in "Deutsche Richter" und "Armes Schwein"), sondern stets auch in rechten Zirkeln kursiert und häufig als Argument in Wahlkämpfen seinen Platz findet.
Des weiteren bieten die recht bekannten und häufig unkritisch akzeptierten Loikaemie das leider nur allzu gut bekannte Bild einer Oi-Band, die sich unreflektiert-heroisch in ihrem Mackertum und ihrer Männlichkeit inszeniert, Auseinandersetzungen mit dem Verweis auf eine "humoristische Immunität" gerne vermeidet und die somit reaktionär wirkmächtig sind.

Andererseits tragen auch Loikaemie konsensuell einen in Oi!-Kreisen weit verbreitetes Konstrukt: den Hass auf Politik und den damit einhergehenden Anspruch auf eine unpolitische Existenz bei gleichzeitig mehr oder minder offensichtlich geäußerten Politiken, wie z.B. dem allseits bekannten Good Night, White Pride -Gedanken.
Dieses scheinbar widersprüchliche Konstrukt der "unpolitischen Politik", welches nötig ist (neben der Behauptung einer "humoristischen Immunität") um sich selbst nicht hinterfragen und verantwortlich zeigen zu müssen, verbindet Bands wie Loikaemie mit vielen rechtskonservativen bis nazistischen Musikprojekten. Sol Invictus und Boyd Rice (siehe die Forschungen des DISS Duisburg) sind hier nur zwei Beispiele für eine geschickte Ausnutzung des Konstruktes der "unpolitischen Politik", welches aus der Fiktion einer unpolitischen Existenz hervorgeht.

So entstehen auch die immer wieder auftretenden Diskussionen um Politischsein und Unpolitischsein wie sie mit der Entlarvung des Konstruktes einer unpolitischen Existenz in sich zusammenfallen.

(BK, 1. Version, 28. August)

28.8.06 15:12
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


peryton / Website (29.8.06 17:46)
du erschütterst mich geradezu mit deiner schreibflut!

aber ändere das bitte nicht (mehr): es gibt so viele uninteressante weblogs, in denen wortreich nichts oder doch nicht viel gesagt wird; hier, dagegen, lohnt das lesen mehr und mehr


Brennende Konsensfabrik / Website (1.9.06 01:19)
solch lob hört mensch gerne (schlimm, dass ich gerade nicht den drang verspüre dieses lob auseinanderzunehmen wie ich es sonst oft tue mit komplimenten aller art; vielleicht weil du schon relativiert bist und mich nicht im akazienhonig-um-den-mund-schmieren erstickst...) - und ja, erschüttern, das will ich. mich und andere. immer wieder. aber das dürftest du ja bereits mitbekommen haben. ich bemühe mich jedenfalls auch weiterhin darum...

aber du sagst es: es gibt so viele uninteressante blogs... ein bislang leidiges thema. ich suche auch schon länger nach weiteren blogs, die es sich zu beachten lohnt um dringend auf sie aufmerksam zu machen. aber es gibt bislang recht wenige... und es gibt einige bislang nicht von mir verlinkte blogs, bei denen ich schwanke und noch überlege, ob ich sie verlinken sollte oder nicht... mal schauen, wie sich das noch entwickelt.


peryton / Website (29.9.06 15:02)
magste mir mal ein paar links der 'möglicherweise in frage kommenden' schicken? auch ich suche - und bin frustriert. so könnten wir uns wenigstens über die auswahlkriterien austauschen

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