Da weiß man, was man nicht hat.
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Gedankengebäude

Die Zukunft der Herrschaft liegt in der Liebe

Strategien der Liebe: Damenwahl bei den Herrentieren. So heißt eine unscheinbare Dokumentation von Felix Heidinger, die jüngst von Arte ausgestrahlt wurde. Beim Nachforschen fand ich heraus, dass diese Dokumentation nur einen Teil der "Strategien der Liebe"-Triologie darstellt.

Worum geht es? Es geht um die Zusammenhänge zwischen Liebe, Sex, Paarung, Biologie, Genetik, Beziehungskultur, Natur, Körper, Sexualität, Fortpflanzung, Schönheit und Geschlecht. Das klingt nicht nur so als könnte es schlimm werden, nein, mit der in der Dokumentation vorherrschenden evolutionsbiologisch-ethologischen Sicht ist es sogar geradezu unerträglich.
Ein weitreichendes Geflecht aus Hetero-Sexismus, Biologismus, Lookism, Ableism, Ageism, Patriarchalität, kapitalistischer Verwertungslogik und Rassismus durchzieht die "Strategien der Liebe". Das sollte mensch doch eigentlich genauer analysieren, aber ich wüsste gar nicht, womit ich anfangen sollte:

  • Die zweigeschlechtliche, heteronormative Ordnung?
  • Die vielen biologistischen Metaphysiken und Naturalisierungsversuche?
  • Die durch und durch männliche Sichtweise (allein schon der Titel: Damenwahl bei den Herrentieren)?
  • Das Beschwören des Backclash-Arguments von der geheimen Macht der "Frau" (über den "Mann")?
  • Die behauptete Universalität von Schönheitsnormen?
  • Der unreflektierte Eurozentrismus?
  • Die Einbindung des Körpers in Verwertungsstrategien und Hierarchisierungen?
  • Die ganzen binären Codes und unhaltbaren Prämissen der mehr als zweifelhaften Studien (ohne genauere Quellenangaben), die die Ausschlusslogiken erst hervorbringen?
  • ...

Es ließe sich bestimmt noch viel mehr finden. Doch während ich versucht bin auf andere Orte der Analytik zu verweisen, die sich eingehender mit den einzelnen Punkten, ihren Ausprägungen und Funktionsweisen beschäftigen bzw. eine_r das nötige Handwerkzeugs geben (siehe z.B. Linkliste), finde ich gerade den Ausdruck "Strategien der Liebe" interessant. Er bringt mich zu der Überlegung, die "Strategien der Liebe" als "Strategien der Macht" zu begreifen, und zwar als Ausprägungen von Biomacht, so dass die Dokumentation von Felix Heidinger auch oder gerade als anschauliches und wirkmächtiges Beispiel für die biopolitischen Strategien der Liebe gedacht werden muss, über die sich diskursive Herrschaftsverhältnisse im postmodernen Kapitalismus und seiner globalen Weltordnung immer wieder aufs Neue herstellen, fortsetzen und transformieren.
20.8.06 14:06


Website des Jahres

Zwischen Lookism und Anti-Lookism, oder:
Wie mensch die Tyrannei der Schönheit zerlegt.


Meine ganz persönliche 'Website des Jahres' ist http://www.lookism.info:

Eine tolle Webseite über die Diskriminierung der körperlichen Gestalt, die sehr starke Übereinstimmungen mit meinen Gedanken bezüglich des ganzen Themas aufweist (ich kenne die Seite erst seit kurzem) und mir endlich auch den Begriff liefert, der mir die ganze Zeit noch gefehlt hat: Lookism. Mit ganz viel Material, Querverweisen, Arts und einem netten Forum, an dem ich, wie ich denke, zukünftig auch mitpartizipieren werde. Die antilookistische Lektüre auf dieser Seite ist eigentlich für jede_ lebensnotwendig (gerade für linksradikale Zusammenhänge), weil Lookism eine Form der Diskriminierung darstellt, die bisher nicht einer grundlegenden Kritik unterzogen wurde und weitestgehend im zwischenmenschlichen Umgang miteinander akzeptiert ist.

Damit gibt es wohl sozusagen ein anderes, 'neues' Subjekt (eine zusätzliche Figur) auf der politischen Bühne der linken Politik: den "Homo Sacer der Ästhetik" und sein als entartet geltender Körper (der dem schneidenden Blick des Anderen unterworfen ist). Und wir alle sind mehr oder minder angeklagt ihn geschunden zu haben, wofür es jedoch zunehmend keine haltbaren Grundlagen mehr gibt. Existiert hat er zwar schon immer, der "Homo Sacer der Ästhetik", aber so langsam kann auch er beginnen, sich gegen seine Repression zu wenden.

Vielleicht heißt es in Zukunft immer öfter: Die Schönheit muss sterben damit wir leben und lieben können?
14.8.06 02:23


Provoking Action

Verletzbare Orte II: Provokation, Dummheit und die Idee ihrer Selbstprovokation

"Provokation ist was für Dumme." - Auch wenn ich den Dummheitsbegriff vom im Text zitierten Christoph Schlingensief so nicht unbedingt teilen möchte, weil ihm eine gewisse vorgesellschaftliche Wesenhaftigkeit anhängt, die keine erklärenden Grundlagen aufweisen kann und ich eher einem Verständnis von Dummheit(1) zugeneigt bin, dass mit der menschlichen Entwicklungsgeschichte (Genealogie) und den Konzepten von subjektwerdender Unterwerfung, Wiederholung und Festsetzung in der 'Psyche der Macht' arbeitet, so ist gerade die Idee der Selbstprovokation aufgreifenswert, da eine Provokation, die Selbstprovokation als grundlegenden Bestandteil ihrer Praxis beinhaltet, eine Auflösung des hierarchischen Verhältnisses der herkömmlichen Provokation zur Folge hat.
Wo die herkömmliche Provokation verfälscht ein in seiner Wissensentwicklung abgeschlossenes Subjekt voraussetzt - den intelligenten Menschen -, dort wird Selbstprovokation zur mich und den anderen betreffenden Hinterfragung der Wissens- und Gesellschaftssysteme, und zwar jenseits eines hierarchisierenden Raums des vermeintlich vollendeten Wissens, den provokative Praxen wie bspw. Zynismus und Verbalmilitarismus so oft zur Begründung, Rechtfertigung und Aufrechterhaltung ihrer provokativen Existenz anführen müssen, um das eigene reaktionäre Moment der Hierarchisierung verschleiern zu können.

Provokation muss also, wenn sie subversiv und herrschaftskritisch wirksam werden will, immer auch Selbstprovokation sein. Somit erkennt das Provozierende seine eigene Verhaftung in gesellschaftlichen Zusammenhängen an, trägt dieser Unausweichlichkeit Rechnung und bekommt dadurch die für provokatorische Praxen der Verletzung notwendige Handlungsmöglichkeit zur hinterfragenden Selbst-Reflektion im Sinne einer wahrgenommenen Verantwortung. Dies betrifft alle provokatorischen Praxen, die immer auch in einem politischen Feld der Macht (im Foucaultischen Sinne) eingebettet sind.

(1) wenn mensch diesen Begriff überhaupt so noch beibehalten kann
20.7.06 20:17


Buchpraxis

Für die Etablierung einer Politik des verletzlichen Körpers

Zitat Selbstdarstellung mit körperlicher Beeinträchtigung, das inszenierte Zur-Schau-Stellen seiner selbst mit Mal der Scham, kann eine Strategie zur Überwindung des Konformitätsdrucks sein, der diese Scham konstruiert hat, und sie kann eine Strategie sein, einen voyeuristischen - also einen ohne Peinlichkeitsempfindung auf jemandes Scham gerichteten - Blick durch Provokation zurückzuspiegeln.

Ist solche Strategie nun Überwindung von Konventionsgrenzen oder gerade ihre Bestätigung ex negativo? – Möglicherweise ist sie eine Strategie im Zwischenraum: eine Herausforderung zur Überwindung von etwas, das man auch selbst noch nicht hinter sich gelassen hat.

Die in unserem Projekt involvierten Künstler bestreiten jedoch, Absicht auf diese Art von Provokation zu haben. In der Tat ist diese Provokation in der Spätmoderne als ästhetisches Programm uninteressant geworden, und in der Mediengesellschaft läuft sie als politische Strategie ins Leere: „Provokation ist was für Dumme”, pflegte Christoph Schlingensief während der Aktion Deutschlandsuche (1999) zu sagen. „Was ich will, ist Selbstprovokation”. Für die Partei Chance 2000 entwarf er eine Theorie, die auch für die hier anvisierten ästhetischen Interventionen in Stigmatisierungsprozesse Erklärungswert hat:

Die Öffentlichkeit ist besetzt von Gewerkschaften, Kirchen, Medien und Parteien, die eine Realität eigener Art, fern der Wirklichkeit schaffen, kurz: dem System 1; alles, was wirklich ist, die wirklichen Menschen, zum Beispiel die Arbeitslosen oder die Behinderten oder du und ich, das System 2 also, kommen in ihr nicht vor. Die Frage ist nun: Wie können sie wieder sichtbar werden, ohne dass das System 1 sie schluckt?

Wie kann, so könnte man auch fragen, die menschliche Wirklichkeit hervortreten, welche entlang der Achse normal-stigmatisiert charakteristische Kommunikationsverschiebungen und Wahrnehmungsverzerrungen erfährt? Wie kann die Wirklichkeit des verletzlichen Körpers sichtbar werden, ohne aufgrund der extremen Dichotomisierung des Bildrepertoires sofort auf die irreführenden Schienen entweder der Idealisierung in Richtung Perfektion oder der Abjektifizierung in Richtung Versehrtheit verschoben zu werden?

aus: Benjamin Marius Schmidt und Gesa Ziemer: Verletzbare Orte. Zur Ästhetik anderer Körper auf der Bühne


Dies ist nur eine klitzekleine Stelle aus der sehr lesenswerten Publikation von Schmidt und Ziemer, die mit ihrem Bühnenprojekt "Verletzbare Orte" (1,9 MB, PDF) einen meiner Meinung nach sehr guten Ansatz für eine Körperpolitik zeichnen, den ich hier auf keinen Fall unerwähnt lassen möchte, da er das gewisse Potenzial besitzt, den heutigen gewalt- und herrschaftsförmigen Diskurs der Körper auf eine grundlegende Weise zu hinterfragen. So eröffnet sich einer_/m eben seine entlarvte Unhaltbarkeit in der Bestrebung nach einem weitestgehend gewaltfreien Zusammenleben.

"Verletzbare Orte" stellt zudem einige der dringend nötigen Fragen, die zukünftig eine immer größere Rolle in einer Diskussion um widerständige Praxen und gesellschaftliche Veränderung spielen werden und gar müssen, wenn mensch in der unaufhörlichen Weiterentwicklung der Ideen nicht stehen bleiben und zum zeitlich überkommenen Konservatismus werden möchte, der nicht in der Lage ist, sich seiner eigenen Gewaltförmigkeit und der Verantwortung dafür bewusst zu werden.

Wem die 50 Seiten nicht genug sind und so wie ich Lust auf noch wesentlich mehr hat, dem sei die ganze, dazugehörige Dissertation Gesa Ziemers ans Herz gelegt, die mit einem ähnlichen Titel und glatt 200 Seiten mehr aufwartet: "Verletzbare Orte. Entwurf einer praktischen Ästhetik" (3,1 MB, PDF)
Und ja, ich habe die Dissertation noch nicht gelesen, habe aber trotzdem keine Bedenken sie zu empfehlen, da ich allein beim groben Überfliegen diverse Freudenausbrüche hatte. Ich hoffe, dass ich zukünftig damit nicht alleine bleibe.
19.7.06 12:30


Die nationale Beckmann-Front.
Ein Kommentar.


Die neue Lust am Nationalstolz: Autoren, Künstler und Politiker propagieren die Rückkehr zu Vaterlandsliebe und Patriotismus, so heißt es. Autoren, Künstler und Politiker. Das sind Florian Langenscheidt, Alice Schwarzer, Hugo Egon Balder, Til Schweiger, Matthias Mattusek und Gregor Gysi unter der beihelfenden Schirmherrschaft von Reinhold Beckmann.

Ja, wo öffentliches Heil-Deutschland-Schreien kulturell eher verpönt ist aufgrund der Unattraktivität von aggressiver und offen zutage tretender Gewalt(selbst-)darstellung sowie unangenehmen Verbindungen zum Hinterfragungsprozess bezüglich gesellschaftspolitischer Entwicklungsgeschichte, findet der Nationalismus andere Wege um sich etablierend aufrecht zu erhalten. Quierlig, hipp, cool, unverkrampft, spaßig und locker soll ein vermeintlich ungefährliches Nationalgefühl eingeführt werden - und man bemüht sich zahlreiche "Vorzeigedeutsche" für diese Bestrebung zu rekrutieren.

Der nationalistische Diskurs scheint sich weiter zu verstärken oder verstärken zu wollen. Nach den diversen reaktionären Entwicklungen u.a. aus den musikalischen Reihen um MIA, Musikquote und Aggro Berlin setzten die tötlichen 7 der Beckmann-Front vom 29.5.06 zu einem weiteren Versuch an den öffentlichen Diskurs in eine Richtung zu bewegen, die nur noch Fragen der nationalen Zugehörigkeit produziert und hiermit den Bereich des Betrachtbaren und des Sagbaren erheblich einschränkt.

Es ist und bleibt ein Besorgnis erregendes Spektakel. Wo Menschen sich mit Gewalt und sozialem Elend konfrontiert sehen übernimmt das Erzeugen und Bewahren eines Nationalgefühls eine regulierende Funktion mit repressiver Wirkung. Wenn Menschen auch sonst nichts haben, so haben sie doch zumindest die Nation, eine Identifikationsmöglichkeit, die still stellt, Unruhen und Revolten verhindert und Kritik zurückdrängt während sie jene, die den nationalistischen Diskurs dennoch hinterfragen und unterlaufen um andere Antworten zu finden ihrer Anerkennung als ernstzunehmendes sprechendes Subjekt beraubt - weitere unliebsame Probleme an dieser Stelle gar nicht weiter ausgeführt.

Wer keine Nation darstellt, sondern ein Individuum, ein konkreter Mensch ist, der kann auf Deutschland und andere Nationenkonstrukte verzichten, benötigt keine homogenisierenden Kulturchefs, die einem den Spiegel vorhalten; keine schauspielerischen Proletinnen; keine hegemonial-konservativen fEmmanistInnen; keine imperialistischen Sprachdiktiergeräte, Spitzelinnen und für sich gescheiterte Ex-68erinnen. Und auch kein in seiner Patriarchalität unerträgliches Beckmann-TV.

Die Brennende Konsensfabrik als KünstlerIn, AutorIn und politisch engagiertes Werk distanziert sich ausdrücklich von solchem vereinnahmenden Einheitsbrei, bei dem einer jedes persönliche Lustempfinden vergeht.
3.6.06 15:57


Der rassistische Journalismus der ZDF.reporter im Geflecht der globalen Ausgrenzungspraxis nationalstaatlicher Weltordnung


Zitat Ein anonymer Anrufer hat dem Ordnungsamt Ludwigshafen einen Tipp gegeben: In einem Hinterhof würden illegal Autos repariert. Karl Kullmann geht der Sache nach: Schwarzarbeiter sollen keine Chance haben.


Immer wieder darf mensch erleben, wie rassistische Massenmedien gegen Schwarzarbeit wettern. Jüngst taten dies die ZDF.reporter in der Sendung vom 19.4.2006. In ihren Beiträgen "Steuerfrei am Staat vorbei" und "Marktlücke Legalität" zeichnen die JournalistInnen Bilder von illegalen, nicht-deutschen SchwarzarbeiterInnen als Kriminelle und legalen, deutschen ArbeiterInnen, die staats- und gesetzestreu ihre Pflichten erfüllen und ihre Abgaben zahlen. Die rassistische Attitüde(1) der Reportage ist hierbei allgegenwärtig, auch wenn sie nicht als Rassismus in das Bewusstsein vom herkömmlichen Rassismusverständnis eintritt und sich unkenntlich zu machen weiß.

Zitat Darf er überhaupt hier arbeiten? Laut Papiere ist der Mann Asylbewerber aus Mazedonien. Er darf sich aber nur in Horb im Schwarzwald aufhalten und dort arbeiten.


Die ZDF.reporter schaffen es, größere gesellschaftspolitische Zusammenhänge, Perspektiven und Fragen komplett auszublenden. Stattdessen wird ein Journalismus der Individualisierung von Konflikten betrieben. Der einzelne Mensch wird zum Ursprung für soziale, gesamtgesellschaftliche und letztlich globale Probleme und damit auftauchende Fragen gemacht, die die nationalistischen Gesellschaften und insbesondere jene mit Vormachtsstellung in der globalen Weltordnung durch ihre für sie notwendige Ab- und Ausgrenzungspraxis hervorbringen um überhaupt erst nationalstaatlich existieren zu können. Der rassistischen Organisation des Nationalstaates und seiner Gesetzgebung, die hier eine räumliche Einschränkung der Bewegungsfreiheit und dadurch eine Ausgrenzung von so genannten AsylantInnen, Flüchtlingen, MigrantInnen, AusländerInnen, Fremden und Vertriebenen anstrebt und erwirkt, wird das Wort geredet - auch und gerade wenn es um die Elimination(2) von unliebsamen Menschen geht, die bis zum physischen Tod reichen kann.


Die Unliebsamen als ökonomisches Problem

Zitat Wieder führt ein anonymer Hinweis Kullmann in eine Hinterhofwerkstatt. [...] Kullmann fragt gezielt nach den Papieren eines Arbeiters. Die hat er angeblich zuhause gelassen. Wie der Mann heißt? Das scheint in der Werkstatt keiner zu wissen - auch der Eigentümer nicht. Er arbeite nicht hier, mache nur sauber, behauptet der Chef. Widersprüchliche Angaben, Kullmann kennt das schon. Er begleitet den Arbeiter nach Hause, wo die Papiere liegen. Es ist ein Kriegsflüchtling aus dem Irak. [...] "Er hat mir erzählt, er hat kein Geld, aber er muss essen und trinken und telefonieren. Deshalb sucht er sich immer Aushilfsjobs, wo er sich einige Euro verdienen kann", erzählt Kullmann später. Angemeldet sind diese Jobs nicht.


Das ist das infernale Schlusswort der ZDF.reporter im Beitrag "Steuerfrei am Staat vorbei". Sogar die überlebensnotwendige "Schwarzarbeit für Essen und Trinken" wird den in ihrem Leben Bedrohten abgesprochen. Eingeordnet anhand eines qualifizierenden Systems ökonomischen Wertes, das sich aus gesetzlicher Zulassung, wirtschaftlicher Verwertbarkeit und nationaler Zugehörigkeit bestimmt, werden Menschen, die die gewaltsame, nationalstaatliche Weltordnung stören und zu zersetzen drohen rassistisch eliminiert. Ihre Elimination findet statt, indem man sie aus den Bildern der Medien und dadurch auch aus der wahrgenommenen sozialen Wirklichkeit als das Falsche und Fremde markiert und wegschafft, sie an Orte der Isolation bringt, in Wüsten, Krisengebiete und Staaten des Krieges und Orte der Armut ausweist, sie vielfach der Lebensgefahr aussetzt, ihre Perspektive verdrängt und verwirft.


Die Mutter und ihr Haushalt als Rettung der sozialen Krise

Der alternative Entwurf der ZDF.reporter verläuft staatstreu entlang des Neoliberalismus und der nationalistischen Gesellschaftsordnung und kommt im Beitrag "Marktlücke Legalität" zum Ausdruck: Angemeldete, legale Arbeit. Als exemplarisches Beispiel für diesen Entwurf führen die ZDF.reporter ein kleines Unternehmen legaler, angemeldeter Putzfrauen an, die sich nach neoliberalen Vorstellungen im Kampf auf dem Arbeitsmarkt etabliert haben. Sie sind in das nationale Gesetz aufgenommen worden und genießen nun einen Status der unteren Akzeptanzgrenze, angesiedelt im Niedriglohnsektor - und "ihre Auftragslage ist gut". So gut, wie das globale System der Ausbeutung. Am Ende stehen also erfolgreiche Putzfrauen, die es geschafft haben. Putzfrauen, die ihre patriarchale Bestimmung für den Haushalt zum passionierten Beruf gemacht haben und machen durften. Das ist die sexistisch-verkürzte Antwort der ZDF.reporter, wo die wichtigen, kritischen Fragen nie gestellt wurden.
Somit werden Ordnungsbeamte und JournalistInnen, die Ordnungsbeamte (Behörden, Polizei...) bei ihrer Arbeit als ausführende und aufzeichnende Gewalt des Gesetzes begleiten, zu einem Teil der vielfältigen Praxis eines strukturellen Rassismus, der sich auf vielen gesellschaftlichen Ebenen ausdrückt und Wirkung entfaltet; eine Form von Rassismus, der eine globale Dimension annimmt und nur so greifbar analysiert werden kann.

Doch wer sind diese unliebsamen Menschen? Und was macht sie so unliebsam?


Die Unliebsamen als Notwendigkeit

Es sind jene so genannten AsylantInnen, Flüchtlinge, MigrantInnen, AusländerInnen, Fremde und Vertriebene, die die nationalistischen Gesellschaften in täglicher Wiederholung daran erinnern, auf welchen gewaltsamen Grundlagen sie ihre Existenz bilden. Eine Erinnerung, die deswegen unliebsam ist, weil sie die gesellschaftlichen und globalen Verhältnisse infrage stellt und große Zweifel an der Normalität sozialer Praxen, am Gesellschaftssystem und überhaupt der globalen Weltordnung aufkommen lässt. Das Zusammenspiel herrschaftlicher Ordnungen und der Wissenssysteme, die mit einer vielfältigen Verschränkung von ökonomischen und ideologischen Normen und Interessen innerhalb und zwischen den einzelnen Nationalstaaten in Verbindung stehen, haben kein Bedürfnis diese Ordnung ernsthaft zu kritisieren oder gar zu verändern zugunsten anderer Systeme, die global ein friedlicheres und essenziell gesicherteres Leben nahezu aller Menschen ermöglichen.

Um infolge die herrschaftlichen Verhältnisse der Gegenwart aufrechterhalten zu können, braucht es einen politischen Raum der Ausgrenzung und ein Instrumentarium des Ausschlusses, die eine Elimination ermöglichen: den Rassismus. Dort, wo das nationalistische Gesetz eines Staates und seine Ordnung unliebsame Menschen als ihm nicht zugehörig erklären und diese infolge als illegal kennzeichnen, bringt der Akt der rassistischen Kriminalisierung als notwendiger Vollzug nationalistischer Grenzziehung die nationalstaatliche Weltordnung erst hervor.

Dass in der heutigen Zeit die rassistische Praxis der Kriminalisierung unliebsamer Menschen in nationalistischen Ordnungen eng mit dem Faktor der Arbeit verknüpft ist, ist kein Zufall. Im Zuge technischer Entwicklungen, die Arbeitserleichterungen mit sich brachten, und der neoliberalen Ökonomie, die durch Strategien der Individualisierung, Umverteilung und Verknappung von Arbeit sowie der Ausbeutung zum Zwecke des maximalen Profits geprägt ist, verschränken sich die nationalistischen Ordnungen der Nationalstaaten mit dem globalisierten Zwang zur lebenserhaltenden Wert- und Nutzenserbringung. So erschafft und erhält sich ein dynamisches, komplexes System kapitalistischer Verwertungslogiken, welches in globale Herrschaftsstrukturen und Ausbeutungssysteme eingebunden ist.


Die Rolle der ZDF.reporter und das Sprachrohr nationalistischer Hervorbringung

Kleine Rädchen wie die ZDF.reporter sind es, die in ihrem Journalismus medial und massenwirksam die Elimination nationalistisch transportieren, eine breite öffentliche Übereinstimmung schaffen, die regelt, über was geredet werden darf und über was nicht, welche Fragen Geltung besitzen und welche nicht weiter in den größeren, öffentlichen Raum rücken. So wird die sich wiederholende Fort- und Durchsetzung rassistischer Elimination hergestellt und aufrechterhalten. Die als überhistorisch behauptete, vermeintlich neutrale und als objektiv dargestellte Berichterstattung verrichtet eine be-richtende Bestattung, die operativ mit Kamera und Kommentar die gewaltsame Grenzziehung der neoliberalen Demokratien des Westens zeichnet und ihren Teil der Verantwortung für die Elimination trägt.

Brennende Konsensfabrik, 1. Version vom 22. April


Anmerkungen:

(1) Attitüde: Meint hier eine Einstellung, d. h. die Art, wie ein Mensch Sachverhalte wahrnimmt, beurteilt, gefühlsmäßig wertet und mit seinem Verhalten darauf reagiert.

(2) Elimination: Der von mir verwendete Begriff der Elimination muss hier komplex als ein Prozess von vielen, ineinander greifenden Praxen zur Beseitigung, Entfernung und Ausscheidung unliebsamer Menschen verstanden werden, der sich auf nahezu allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen sucht.

Weiterführende und grundlegende Literatur:

Interview: Die Einforderung der Zukunft
Lemke: Die politische Ökonomie des Lebens (PDF, 214 kb groß!)



27.4.06 17:54


From Slow Food To Slow Media?
Von der allumfassenden Gedankenbegrenzung und dem zeitlosen Schiffsbruch der Uferlosigkeit


Seltsame Wochen, die sich zur Zeit abspielen. Ich scheine nicht mehr richtig bloggen zu können. Doch halt! Was soll das eigentlich heißen?

Das Schreiben habe ich nicht verlernt, ich schreibe doch fortwährend, nur lediglich unveröffentlicht. Doch was für ein Thema ich auch anpacke und was für einen Gedanken ich auch ausformuliere, ich komme einfach zu keinem Ende. Und "Ende" meint hier sicherlich nicht ein definitives, absolutes Ende - ein solches kann es nicht geben -, sondern ein vorläufiges Ende. Eine Art "OK", jedoch kein "ideal" oder "perfekt".
Die Brennende Konsensfabrik ist das wohl am unregelmäßigsten erscheinende Blatt in ganz Takatuka-Land. Chaos. Die Artikel dauern sehr lange und eigentlich wollen sie immer irgendwie eher wissenschaftliche Abhandlungen sein... oder zumindest soviel wie möglich berücksichtigen. Lehrmeister sämtlicher Coleur würden mir nun Gedankenbegrenzung nahe legen. Wer wenig Zeit hat, solle sich auf das nötigste und wichtigste begrenzen. Mind-mapping. Brainstorming. Abstracts. Zusammenfassungen und Reduzierungen aller Art. Aber das Leben ist schon begrenzt genug, da finde ich ist es Zeit, Entgrenzung zu betreiben.


Einblicke: Wie funktionieren Medien?

Medien zeichnen sich heute vor allem durch ein Killerkriterium aus: die Geschwindigkeit. Alle wollen es als erstes wissen, alle sollen es als erstes drucken und alle müssen es als erstes veröffentlichen um zu überleben. Der Markt bestimmt die Nachfrage, so lässt es die panoptische Konsensfabrik des Spätkapitalismus verlautbaren und so zirkulieren wir im Strom der Produktion und Aneignung eines Zeitmangels.
Kritische Betrachtungen, Hinterfragungsprozesse brauchen jedoch etwas (mehr) Zeit: Zeit, die mensch nicht haben darf, nicht haben soll, wir sind schon wieder mit anderen Aufgaben konfrontiert, also lassen wir die kritischen Sachen weg und widmen uns nur der Information, ihrer ständigen Wiederholung, dumpf und abstumpfend. Schon wieder 25 Tote im Irak? Klar doch, jeden Tag viele Tote im Irak. Die Frage des "Warum?" unterliegt hierbei einem Verdrängungsprozess, es wird nicht mehr danach gefragt - auch oder vielleicht gerade aufgrund des Zeitmangels, denn da kommt auch schon die nächste Meldung von 10 Toten aus dem Irak und wir müssen nachforschen, wie es genau passiert ist und darüber berichten...


Der Diskurs der Medien und der Wille zur Schadensbegrenzung

... und es findet eine Anpassung an die Umstände statt. Es gibt keine Kritik mehr daran zu üben, dass die US-Regierung nicht in den Irak einfallen soll, denn nun sind sie da und mensch muss sich mit ihnen arrangieren. Sie wollen Wahlen machen, es gibt Kandidaten, "Demokratie" ist letztlich wieder das vorherrschende Wort des Totschlags, wo es vorher noch die Massenvernichtungswaffen waren - aber dazu haben wir keine Zeit mehr. Es gibt eine Pressekonferenz und da müssen wir dabei sein, die "Großen" und "Wichtigen" zitieren, die ihre Phrasen dreschen, ihre Geilheit verkünden: wa(h)r, richtig, echt. Sowieso. Also berichten wir noch über die Kandidaten, die Demokratie ist uns schließlich wichtig, sie ist das Herzstück, welches uns freie Berichterstattung ermöglicht. Dass die Kandidaten keine Wahlmöglichkeit darstellen, eben weil sie alle Vertreter demokratischer Gewaltförmigkeit des politisch-gesellschaftlichen Systems sind, wird hierbei nicht hinterfragt. Sie sind demokratisch, das reicht uns. Zu mehr hätten wir auch gar keine Zeit.
16.1.06 23:08


Öffentlicher E-Mailverkehr, Version 2.3.:
"Das Private wird politisch"


Dieser Eintrag ist der Totalüberwachung gewidmet


Obwohl ich es irgendwie gemein von mir finde zu sagen, dass es an dir, Peryton, lag, so geht die Antwort tendenziell doch tatsächlich in diese Richtung... aber wenn ich es recht bedenke, und nochmals darüber nachdenke, habe ich keine Lust auf diese sinnlose (An)Schuld(igungs)maschinerie.
Unter uns (oh ja, in voller Öffentlichkeit): Ich hab es auch mehrere Monate über versäumt den Link zu deinem Blog zu ändern. Somit bin ich also auch nicht besser. (Wer will schon besser sein?) Also, scheiß doch liebevoll drauf.

Im Übrigen wäre ein Vorschlag - und es ist wirklich kein schöner Vorschlag (*g*) - , dass du, also wir warten bis ich endlich - endlich! - mal meinen Text zum Thema Ästhetik/Schönheit fertig habe, der bis dato zu etwa 90 - 95% (=nicht belegbare Zahlen) "fertig" ist. Ganz einfach, weil das dann meiner Meinung nach der Anstoß ist, den ich haben und geben will...

... aber verlass dich nicht unbedingt auf mein "ganz einfach", ich verlass mich eigentlich auch nicht darauf. Es könnte nämlich noch dauern bis das kommt... frühstens zu Weihnachten; eine schöne Bescherung sozusagen, aber keine besonders sichere...

... dieses leidige Zeitverschieben und Vertrösten auf Später, das ist doof. Deswegen hier trotzdem mal ein paar einfache Fragen_de Beobachtungen/Ansätze:

Zwischenmenschliche Beziehungen werden u.a. gerne auf dem gegründet und aufgebaut, was mensch weithin als "äußerliche Schönheit" bezeichnet. Wir suchen nach Menschen, die unserer Vorstellung von körperlicher Schönheit entsprechen und formieren uns selbst nach der Vorstellung von körperlicher Schönheit, die der andere hat...

Mit der Bezeichnungspraxis körperlicher Schönheit/Hässlichkeit ist eine andauernde Ausschlussmaschinerie verbunden, die letztlich Ausschließungen hervorbringt, welche körperliche Existenzweisen verwirft, verneint, gefährdet und Orte körperlicher Existenz kennzeichnet, die nicht (aus)gelebt werden dürfen. Körperliche Existenzweisen, für die es auch keine Gründe gibt, sie unlebbar zu machen bzw. zu lassen, die aber dennoch ausgeschlossen werden: eine Praxis also, die Diskriminierung hervorbringt.

Die soziale Kategorie der körperlichen Existenz bzw. die Diskriminierung bestimmter körperlicher Existenzen verschränkt sich hierbei fortwährend mit anderen sozialen Kategorien und deren Ausschlüsse hervorbringenden Bezeichnungspraxen. So werden "kranke" Körper auch mit der Bezeichnung "hässlich" belegt, welches so Dinge wie die Rede vom "fetten, vollgefressenen Politiker" als Symbol für den reichen, ausbeuterischen, herrschenden Menschen hervorbringt; ein kleines, linkes Feindbild, auch immer wieder gerne in politischen Illus(trat)ionen wie Karikaturen verwendet. Hier arbeitet linke Politik, die ja eigentlich oft zur Prämisse hat "antidiskriminatorisch" zu sein mit der unbegründeten Abwertung von körperlichen Existenzen: mit Diskriminierungen. Hier wird ein ganzes Brimborium von Unhaltbarkeiten verwendet:

Die Rede vom "fetten, vollgefressenen Politiker" als Symbol für den reichen, ausbeuterischen, herrschenden Menschen wäre dann subversiv, wenn es eine konstante Beziehung zwischen einer Gewichtszahl und dem Politikertum gäbe. Eine solche Beziehung existiert aber offensichtlich nicht. Somit besitzt die beispielhafte Rede hier einen reaktionären Charakter und bringt ihrerseits selbst Diskriminierung hervor... Dieses Beispiel funktioniert ähnlich auch mit anderen als hässlich bezeichneten Körperformationen.

(Ist es schwer meinem Gedankengang zu folgen?)

Dass Herrschaft zudem nicht mehr nur von Politikern oder von einer herrschenden Elite, Klasse (call it as you want) ausgeübt wird, sondern äußerst verzweigt, schwer verortbar und komplex organisiert ist, hab ich bei dem Beispiel noch nicht einmal berücksichtigt bzw. will dies ebenfalls kritisiert werden.
Wir kommen also vom einen ins andere.

... um mit diesen Überlegungen zum gedanklichen Faden des Anfangs zurückzukehren: Wenn ich eine zwischenmenschliche Beziehung mit einem hässlichen Menschen ablehne, dann ist das Diskriminierung.

Soviel mal als Diskussionsstoff. Ich hoffe, es ist ein wenig klarer geworden, worum es mir geht.

P.S. Ich danke dir für dieses wunderbare Wort: "Ätzthetik". Nach so etwas hatte ich schon länger gesucht; ein wunderbarer "Kampf"begriff.
10.12.05 23:18


Infos, Sex + Gedankenspaziergänge

Nein, ich mache keinen "Urlaub". Nein, ich feiere auch keine Feiertage mit nationalistischem Anlass. Ich hab einfach nur Probleme mit dem Internetanschluss und den pinken T's. Deswegen gehts hier momentan nicht weiter. In der Blogosphäre soll mensch ja die Leserchen bei Laune halten, weil sonst das Schreibende mit Nicht-(Mehr-)Beachtung abgestraft wird. Kapitalistische Denkstrukturen failed?

Währenddessen eigne ich mir meinen Schlafrhythmus wieder an. (Das heißt: ich schlafe wie ich Lust habe und mich die Müdigkeit treibt, entgegen gesellschaftlichen Konventionen von Schlafrhythmen und Organisation von Schlafzeit und Wachzeit.) Und schaue "früh am Morgen" ein paar Teile der Dokureihe "Sex'n'Pop" auf 3sat. Nicht ganz uninteressant, so kommen doch u.a. Judith Butler als auch Michel Foucault kurz - ganz kurz - zur Sprache; neben Bikini Kills Kathleen Hannah und noch einigen weiteren. Z.B. Divine kannte ich vorher überhaupt gar nicht. Genau so wie Axelle Le Dauphin.

Ein Tag voller Sex, Pop und Befreiung also...?

Die Doku erweitert meinen Horizont des Zugriffs, meinen Wissensbestand, aber dieser ist nicht statisch angelegt. Er will auseinandergesetzt werden, weil ich ihn auseinandersetzen will. Mir gefällt da vieles nicht - nicht mal bei denen, die noch als am subversivsten gelten. Wenn Peaches aus "Shake your tits, shake your ass" ein "Shake your dicks" macht, kann das einerseits als eine wundervolle, entlarvende Parodie gesehen werden. Wenn es andererseits dabei bleiben sollte, dass im Zuge emanzipativer Bewegungen und Bestrebungen am Ende eine Art binäre Gleichheit der schönen Körper (oder des Schönen) steht, dann bin ich damit verdammt noch mal nicht einverstanden und begreife das als rückschrittlich.

Ja, irgendwie haben sie fast alle eine Ästhetik, mit der ich mich nicht anfreunden kann und nicht anfreunden will. Und je nachdem, was mensch unter dem Begriff Ästhetik versteht, ist das Problem sogar, dass sie überhaupt eine Ästhetik haben. Also, entweder keine Ästhetik oder Anti-Ästhetik? Ein typisches Problem zur Zeit: Gibt es ein Außerhalb des Diskurses, der Gesellschaft? Innerhalb des Diskurses Dekonstruktionen vornehmen oder eine Neufassung bewirken? Auch Foucault sprach von einer "Ästhetik der Existenz". Allerdings ist fraglich, inwieweit Foucault damit das meinte, was mir Unbehagen bereitet. Er dachte wahrscheinlich eher an die Schönheit des Wissens und weniger an die Schönheit der Gestalt.

Die Frage der Ästhetik und ihrer eventuellen Zerstörung bringt die Frage hervor, wie mensch ohne Ästhetik leben soll. Sexualität, Körperlichkeit ohne eine Schönheit der Gestalt ist vielleicht noch viel schwerer vorstellbar als eine Gesellschaft, die dermaßend vielfältig an Geschlechtskörpern ist, dass selbst eine Vervielfältigung der Geschlechtskörper ihr nicht mehr gerecht wird. Das meinige Unterfangen, andere/neue Diskurse und Machtstrukturen zu denken und zu etablieren, die die herkömmliche Ästhetik der Gestalt ablösen, ist etwas, dass bislang nur als Wahnsinn wahrgenommen werden kann und gigantische Widerstände zur Folge haben wird. Trotzdem will ich mich dem aussetzen. Ich kann eigentlich kaum anders, denn eine Existenz im Rahmen der Ästhetik des Momentanen ist für mich unerträglich.

Somit werden Ästhetik/Schönheit und Gestalt/Körper in meinem Leben und Denken wohl zentrale Begriffe bleiben und wahrscheinlich immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dessen bin ich mir schon heute ziemlich sicher.

*ggrsdzzz* Dieser Eintrag wird sich bei Wiederinbetriebnahme der brennenden Konsensfabrik wahrscheinlich selbst zerstören. Wer meint, diese Worte seien von Bedeutung, dem sei Sicherung angeraten. *ggrsdzzz*
3.10.05 19:13


Mit Fettsucht gegen den Krieg: Dr.(in) Adipositas Permagna oder: Wie ich lernte, die Krankheit zu lieben

(Originaltitel: Dr. Adipositas Permagna or:
How I Learned to Stop Sliming and Love the Illness)




Gestern Morgen wollte mich der Staat zu einem Mörder machen. Das KWEA (formely known as Kommandozentrale für Waffengewalt, Elendsproduktion und Ausrottung) lud mich zum 2. Mal zur Musterung, nachdem ich das 1. Mal aufgrund terminlicher Unzulänglichkeiten beruflicher (Lebens-)Art nicht erscheinen konnte. Vorm KWEA angekommen, mit mich zerreißender Todesangst erfüllt, sollte wohl einer der schlimmsten Tage in meinem Leben anbrechen, welcher jedoch am Ende von mir mit einer selten dagewesenen Rekordzeit von nur einer Stunde und fünfzehn Minuten - nicht souverän - beendet wurde.

Nicht souverän? Ich hab schlecht gehört, missverstanden, gestottert, genuschelt, kaputt ausgesehen, ungepflegt, unrasiert, ungewaschen, durch und durch übermüdet, doofe Rückfragen gestellt, mehrmals die gleichen doofen Rückfragen gestellt, mich verlaufen, Türklinken nicht gefunden, aus Unfähigkeit falsche Antworten gegeben, mich von der Gauleiterärztin beleidigen lassen... und anfangs die Eingangstür nicht gefunden; alles mit der Kraft der totalen Übermüdung und in dem Wissen, dass das musternde Auge der Wehrmacht allgegenwärtig ist.

Dennoch: Ich fühlte mich ziemlich alleine und verloren. Ich hätte am liebsten geweint, tat es aber nicht. (Ich gegen die Disziplinierungsmacht: 0 : 1) Der Maschine gefällt das: Ein Mann kennt keinen Schmerz. Eine gepanzerte Kampfmaschine kennt keine Angst. Ich will aber kein Mann sein und bin auch kein Mann, schon gar kein echter. (Ich gegen die hetero-normative Zweigeschlechtlichkeit: 2 : 0) Was wäre wohl passiert, wenn ich kein Glück gehabt hätte?

"...Dann machst du halt Zivi, ist doch nicht schlimm..."

Von wegen. Kriegsdienst ohne Waffe ist auch ein Kriegsdienst - und dieser beinhaltet immer schon die Komponente der Gewalt. Nur die Form der Ausübung verändert sich. Zudem wurde kürzlich das Gesetz modifiziert und besagt seitdem, dass alles, was nicht ausgemustert ist, bis zum 60. Lebensjahr in den Krieg geschickt werden kann. Mit und ohne Waffe.

Dabei braucht der Großteil der SchlächterInnen von heute gar keine Waffen mehr, wenn sie bspw. die Minen räumen, verwundete SoldatInnen verarzten oder Karten planen, die als Vorlage zur Vernichtung des Lebens dienen. Sie ritzen das Blut in die Landschaft ohne auch nur einen einzigen Abzug angefasst zu haben. Was von ihnen bleibt, sind die Effekte und Wirkungen der Macht, die den Krieg erst existieren lassen und existent machen. Demzufolge ist die ideologische Unterstützung und Akzeptanz des Krieges in unserer heutigen, westlichen Gesellschaft seine mächtigste Waffe. Mensch denke nur an die gewaltigen Anstrengungen seitens der Medien einen Krieg zu machen, die Vorstellung des Tötens zu etablieren, Alltäglichkeit werden zu lassen. Egal, ob nun Irakkrieg, Afghanistankrieg, Kosovokrieg oder der totale Krieg des Faschismus: Existent wird, was vorstellbar ist.
Soviel zur (Zukunfts-)Perspektive der sozialen, militaristischen Hilfskomponente des Kriegsdienstes ohne Waffe.

Bundeswehr abschaffen: Die WehrkraftzersetzerInnen von Morgen sind die Krankheit von Heute


Während manche Stolz nur in affirmativ-nationalen Zusammenhängen und Konstruktionen denken können, war ich selten so stolz ein ausgewiesener Parasit der Volksgesundheit zu sein wie nach der Musterung: meinen Wanst ständig ins Fadenkreuz der Biopolitik haltend und halten müssend. Eine andere Art der Fahnenflucht.

Somit erscheine ich als eine wankende, lebensbejahende Krankheit, die in der Medizin existenziell nicht sein darf und gerade deswegen (lebensbejahend) ist. Wankend, weil ständig der Gefahr ausgesetzt (ontologisch) eliminiert zu werden und (im Sein) lebensbejahend, weil unfähig zur Ausübung des Todes, des Tötens. Ein Frieden der Untauglichkeit.

Ich glaube, hier entsteht eine Möglichkeit des Widerstandes, die bisher nicht so richtig entdeckt, ausgenutzt und gelebt wurde. Totalverweigerung, Desertion bekommt hier eine neue, eine weitere Bedeutung: Der Körper, der bei der Musterung auf seine Kriegsverwendbarkeit untersucht wird, gerät zu einer Gefahr für die Existenz des Krieges. Er ist nicht mehr kriegsverwendbar und flüchtet vor dem Leistungsprinzip der Gesundheit. Unfähig, die verfolgten (wirtschaftlichen) Interessen zu erreichen und sich der Befehlsgewalt zu unterwerfen. Unfähig, sich militärisch (fort-)zu bewegen, seine militärischen Ziele zu treffen und zu kämpfen. Der angestrebte, idealisierte Körper der Kampfmaschine bleibt zurück als kriegerisch unverwertbare Deformation. Seine krankhafte Unfähigkeit bzw. seine Fähigkeit zur Krankheit werden allen kriegerischen Bestrebungen zum Verhängnis.
Das ist der Raum, indem sich ein neues (Selbst-)Verständnis entfalten kann. Eine andere Lesart des Friedens, welchem mensch zukünftig mehr Bedeutung geben sollte.

Ich möchte mich abschließend bei der Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär für überlebensnotwendige Informationen und kreativen Widerstand bedanken.

Infos: http://www.kampagne.de/
16.8.05 00:44


Der neue kapitalistische Hum(or/an)ismus



Ich bin dafür, dass das in unseren Gefilden scheinbar so oft verachtete, genüssliche Regenwasser im Hochsommer einer Ex-40-Grad-Celsius-Gegend gesammelt und für viel Geld in die lichtlerloh brennenden Gegenden dieser Erde verkauft wird. Die Agentur für Arbeit wird arbeitslos angesichts des Umstandes, dass jeder wassersammelnde Mensch für einen gewissen Zeitraum ehemalige 1-Euro-Jobs in Millionenjobs verwandeln kann. Anschließend wird das wässrige Geld an der Börse angelegt und dann... ja, dann... wollen wir hoffen, dass etwas Schlimmes passiert.

[Das ist postanarchistischer Humor. Solltest du gerade nicht im Ansatz eines freudigen Lächelns gewesen sein, spricht das für dich.]
9.8.05 00:34


Hiroshima: Mein Geburtstag ist die Atombombe - Vom Little Boy zum Enola Gay



Heute ist der 6. August. Heute ist mein Geburtstag. Heute ist der Tag der Atombombe. Heute ist der alljährlich wiederkehrende Tag meiner Geburt. Vor 60 Jahren war der 6. August ein Moment in der Geschichte, in dem eine Bevölkerung - am Rande ihrer Existenz, niedergeschlagen, elendig verhungernd - das lebende, gemeinschaftliche Versuchsobjekt eines Atomtests wurde.
Aber ich will nicht anonym bleiben: Die Menschen Hiroshimas und 3 Tage später auch Nagasakis sind die Opfer staatlicher Gewalt; nicht irgendwelcher spezialisierter staatlicher Gewalt, wie im Diskurs dessen, was unter der Begrifflichkeit "Diktatur" läuft (der "room of cubicle"), sondern sie sind Opfer der Gewalt des demokratischen Alltags westlicher Gesellschaften (des "room of pale").



Militarismus, Krieg, Armeen, Waffen, Rüstung(en) samt ihren Entwicklungs- und Ausbildungsstätten, Fertigungszweigen und Testarealen, gegliedert in künstliche, lebensnahe und reale Bedingungen (zu eben solchen Hiroshima und Nagasaki wurden); ihrer binär-schizophrenen Lehren (= Lehren, die die Dinge und das Leben zerstückeln, voneinander trennen und isolieren, so dass sich die einzelnen Teile nicht mehr kennen und auch nicht mehr kennen lernen können sollen, um je nach Belieben und er-fordernder Umstände auf in sich widersprüchliches, sich im Muster ähnlich wiederholendes Material zurückzugreifen); ihrer Körper-/Architektur monochromer Lieblosigkeit und tränenresistenter Oberflächen; der Wissensherstellung einer Art "Gewalt der Moral", welche Ausschlussstrategien kreiert und Feindbilder konstruiert, sich in das Leben einschreibt und es überwacht:
Das ist die demokratische Verwaltungsmaschinerie des Mordes, die sich selbst immer weiter ausprägt, spezifiziert, und vervielfältigt, zugleich jedoch vorübergehend und nicht mehr zentralisiert, aber verneinend zusammenhängend atmet und arbeitet. Auch operiert sie dort unpräzise, wo sie Zielgenauigkeit und Perfektion ihrer Operationen/Organe behauptet und im Gegenzug da konzentrierter und besser, wo sie keine Vorlage von Informationen und Unwissen(heit) verlautbaren lässt...

6.8.05 07:41


Das vergessene Bedenken und das bedenkende Vergessen



60 Jahre. Man muss feiern. Die Medien feiern Befreiung; die Gesellschaft feiert Befreiung. Da gibt es KZ-Befreiungssendungen, Grundsteinlegungen, Gedenk- und Schweigeminuten, Kolumnen, Hitler-Dokumentationen, NS-Hintergrundbeleuchtungen, Faschismusanalysen. Die Panzer rollen durch die Gegend, die Nazis erscheinen in alten Ton- und Bildaufnahmen, Soldaten marschieren, Einzel"schicksale" werden aufbereitet und wiedergegeben, Bomben schlagen ein, Menschen schreien, ab und an ein paar Leichenberge, die Musik im Hintergrund will Fassungslosigkeit erzeugen, betroffen machen, skandalisieren.

Zeitzeugenberichte - dazwischen geschnitten, die Ideologie wird erläutert, "Rassenwahn" ist den Moderatoren und Kommentatoren in aller Munde.



Und plötzlich ist der Krieg vorbei. Deutschland (d.h. das Leben innerhalb konstruierter territorialer Abgrenzungen) ist befreit worden von der Befreiernation schlechthin und diese erwartet Dankbarkeit, und sowieso hat sich Deutschland auch selbst befreit. Parlamentarismus, freie Wahlen, ständige Demokratisierung steht auf dem Tagesplan, wobei der Begriff 'Demokratie' geradezu als Synonym für 'Endlösung' eintritt; denn Demokratie proklamiert sich als eine Endlösung. Sie behauptet sich als das Nonplusultra an Möglichkeiten, die beste Gesellschaftsform, den besten Gesellschaftszustand, die/den 'wir' je hatten und die einzige Möglichkeit, in und mit der Problemlösung - oder Erlösung, wenn man der Verteidigung der Demokratie einen religiösen Gehalt zusprechen möchte - möglich ist.



Seit 60 Jahren hat sich die Gesellschaft befreit, wird sie befreit und das zelebriert sie. So nett und gutgemeint und interessant es auch sein mag, so informativ die Dokumentationen auch sein mögen und die Aufarbeitung von Vergangenheit Bedeutung hat, so implizit ist den Informationen, Ritualen und Bauten doch fast immer eine Strategie der Normalisierung der demokratischen Gewalt. Der herrschende Zustand soll anerkannt werden. Man soll die Gewalt verinnerlichen, als notwendiges, befreiendes, eigenes Prinzip akzeptieren und weiterführen. Die Perspektive des Befreiten erzwingt also eine Position der Verteidigung und Stabilisierung der Gewalt des Momentanen. Sie soll sozusagen mit der Aufdeckung und dem Gedenken verschleiern.



Deswegen erscheinen mir KZ-Opfer mit Schweige- und Gedenkminuten, mit architektonischen Erinnerungsbauten nicht nur als zu wenig, sondern als eine Art Abwicklung, Verdrängung, Vergessen realexistierender, gesellschaftlicher Gewalt. Es ist eine Projektion der Gewalt, des Sexismus, des Rassismus von einem weg. Ein Versetzen des Problems in eine frühere Zeit, dem eine binäre Konstruktion von "heute=gut" und "früher=schlecht" voraus geht.



Und wer sich der Verteidigung der Demokratie, der Gesellschaft, der momentanen Verhältnisse, der ihr immanenten Gewalt, den regulierenden Idealen, den Normen der Zwangsanpassung verweigert, der/die wird markiert als undemokratisch, schlecht und vor allem: als gewalttätig, gewaltsam, gewaltakzeptierend und -befürwortend, als terroristisch, menschenfeindlich, verfassungsfeindlich. Und so sperren die normativen Verhältnisse das weg, was sie gefährdet, denn ihre Gefahr ist die Veränderung und die Veränderbarkeit, die Demaskierung ihrer Gewalt.



Somit sind nicht (mehr) die Nazis und nicht die faschistischen Verbrechen die wichtige Gewalt: Gerade das Legen des Augenmerks auf sie vertuscht den größeren Gewaltzusammenhang und die größere Gewaltausübung: die Disziplinierungsmaßnahmen, Normierungsstrategien und Überwachungstechniken unserer heutigen Gesellschaft. Oder wer erinnert sich noch an die Verfassungsschutz-Connection, an die V-Leute an vorderster Front des rechten Randes, welche eben jenen aufrechterhalten, überwachen und mitfinanzieren?

8.5.05 11:26


Postanarchismus?



Ich habe heute gelernt, dass ich scheinbar eine PostanarchistIn bin... wobei das un/natürlich (noch) nicht ganz stimmt. Eigentlich bin ich ja im Begriff postanarchistisch zu werden und gleichzeitig es schon (teilweise) zu sein und es doch nie absolut zu sein.

Die postmodernen/poststrukturalistischen Überlegungen und Gedanken und meine bisher (subjektiv empfundene) geringe Beschäftigung mit ihnen lässt mich irgendwie kaum mehr etwas sagen, da sie doch eine grundlegende Änderung des eigenen Gedankengebäudes heraus-/fordern.

Und das wiederum empfinde ich auch als freudig. Die Lust an der Veränderung.



Es gibt viel zu entdecken und zu experimentieren... mal schauen.



Link: Postanarchismus.net

27.2.05 23:02


Antiamerikanismus... warum eigentlich nicht? -

Flüchtige Gedanken zu einem beschissenen Thema




Der stumpfe Vorwurf des Antiamerikanismus schlägt einer hin und wieder um die Ohren. Betörend ist es nicht gerade. Doch genau so seltsam muten mir die Reaktionen der Antiamerikanisierten an: Sie sind keine Antiamerikanisten, sondern sie kritisieren die US-Politik, nicht die amerikanische Bevölkerung.



Die amerikanische Bevölkerung?



Moment mal... was soll das eigentlich sein? Wenn ich mich recht erinnere, was Antinationalismus angeht, dann müsste das korrekt heißen: Eine Ansammlung von Menschen (und Tieren, und Dingen?), die innerhalb einer als gemeinschaftlich vorgestellten, künstlichen Landesgrenze ihr Dasein fristen soll und sich gefälligst identitär als "amerikanisch" wahrzunehmen hat. Eine Art "positiver Patriotismus", und auf den schwört doch so manches Menschlein in unseren Nationalstaaten - unter anderem Michael Moore.



Dabei blenden wir doch mal kurzerhand die Ausschlussmechanismen des Nationalismuskonstruktes aus, auf dem eine Diskriminierung "Andersnationalisierter" erst möglich wird. Wer jedoch der Diskriminierung die Grundlage entzieht, sie stürzt oder Verwirrung stiftet (Hallo, ich bin ein/e dönerfressende/r IndianerIn!), der hat einen lustigen, emanzipatorischen Weg des Widerstandes gefunden.



Also, wieso sollte ich nicht antiamerikanisch sein? Schließlich bin ich auch antitürkisch, antiaustralisch, antiösterreichisch, antischwedisch, antivatikanisch, antideutsch usw. - eben antinational.



(Nein, mit "antideutsch" meine ich nicht diese repressive Bewegung von geistigem Dünnpfiff, die mit ihren Israel-Flaggen durch die Gegend stolziert.)



Blutschande lastet auf mir. Amen.



P.S. Wenn ich anti-jede-Nationalität bin, bin ich dann kategorischer Multirassist? *ääätsch*
12.2.05 21:04


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